Verfasst von: Leonie Am: 7. Mai 2009
Geld.
Wir denken immer nur an Geld.
Wenn ich etwas tue, muss gewährleistet sein, dass ich dafür Geld bekomme. Was aber, wenn ich etwas tue, das kein Geld bringt, mir zwar Spaß macht, aber eben nicht zu meinem Einkommen beiträgt?
Oft denke ich daran, was ich alles machen würde und könnte, wenn ich mir keine Gedanken über meine Miete oder die Finanzierung der Nahrungsmittel machen müsste.
Wie viele Ideen könnten bearbeitet und realisiert werden, wenn nicht jeder nur an seine Lebenskosten denken müsste. Entweder man arbeitet in einer entsprechenden Branche oder man muss sich damit zufrieden geben, nie große Ideen verwirklichen zu können, weil sie niemand erfährt.
Mit einem Grundeinkommen würden Innovationen gefördert werden, denn jeder hat Ideen und jeder kann einen Beitrag zum Wohl aller beitragen. Schon der Arbeiter aus der Fischfabrik kann eine Idee zur Verbesserung der Koordination der Produktion haben oder ähnliches.
Freiheit für Kreativität!
Meine Vision besteht aus der Integration aller Deutschen in einen Grundeinkommen-Fond.
Jedes Unternehmen würde einen Betrag spenden und so dafür sorgen, dass Menschen ohne Bedenken in sozialen Einrichtungen tätig sein oder an einer Idee arbeiten können.
Auch Firmen profitieren davon, weil sie schließlich meist am Ende diejenigen sind, die die Projektideen umsetzen oder zumindest dabei behilflich sein können.
Es würde also im Sozialwesen gespart und in den allgemeinen Fortschritt Deutschlands investiert werden.
Die Menschen wären nicht mehr so fokussiert aufs Geld und freundschaftliche Dienste würden in den Vordergrund treten.
Man hat herausgefunden, dass eine Gesellschaft im Laufe der Zeit ein einheitliches Denken, eine Art Charakterzug entwickelt. Zurzeit ist diese Charaktereigenschaft das Sparen.
So viel Geld sparen, wie möglich und dabei trotzdem gute Qualität. Wer aber soll das bezahlen, denn wer darunter leidet, sind die Produzenten und somit schließlich die Arbeiter und am Ende wieder die Konsumenten, die kein Geld haben, um die Produkte zu kaufen.
Ein Grundeinkommen würde dafür sorgen, dass die Menschen nicht mehr so hammstern würden, weil sie nicht mehr um ihre Existenz bangen müssten.
Alles, was sie zusätzlich machen, würde auch zusätzliches Einkommen bringen und somit für ihr Wohlbefinden sorgen.
Geld ist eine Begleiterscheinung, sollte jedoch nicht Lebensinhalt sein. An erster Stelle stehen immer das Wohl der Menschen und der Mensch selbst.
Viele argumentieren, dass Menschen mit Grundeinkommen faul werden würden, weil sie ja Geld bekommen und somit nichts mehr tun müssten. Natürlich legt sich jeder mit genug Geld faul auf die Couch und guckt Fernsehen..
Ich frage mich manchmal, ob das ernst gemeint ist. Wer hockt denn bitte den ganzen Tag untätig in der Wohnung?? Niemand. Das ist nur ein Zeichen von Frustration, Angst, schlechten Erfahrungen und Missmut.
Warum sonst will auch ein Millionär immer noch mehr Geld?
Wer ein Hobby oder eine spannende Tätigkeit gefunden hat, verbringt gerne 16 Stunden am Tag damit. Warum diese Energie nicht nutzen? Stattdessen werden tausende von Menschen quasi ausgeschaltet und in Hartz-IV geschickt, wodurch sie den Vorurteilen und der Ausgrenzung der anderen ausgesetzt sind und noch weniger tun, weil sie sich schämen und weil sie kaum einen Ausweg sehen.
Ich stimme Dir zu.
Dennoch finde ich die Frage wichtig, ob man denn die Menge an Selbständigkeit, die es braucht für das Suchen und Finden einer für einen selbst wirklich erfüllenden und der Gesellschaft zuträglichen oder zumindest nicht schädlichen Tätigkeit einfach so voraussetzen kann.
Ich meine, jeder Mensch braucht nicht nur Freiheit sondern auch Halt um sich zu motivieren, sich auch positiv selbst zu disziplinieren und etwas durchzuziehen, und nicht abzustürzen.
So pervers die dem Geld-Nachrennerei auch ist, sie gibt einen gewissen Halt, eine gewisse Aufgehobenheit in der Gesellschaft.
Während das Grundeinkommen automatisch mehr Freiheit gibt, etwas sinnvolles zu tun, gibt es nicht automatisch mehr Halt, das auch zu schaffen.
Nicht dass wir uns falsch verstehen, ich bin vehement für das Grundeinkommen, aber diesen Aspekt (der von traditionell linker Seite auch oft als Kritik angeführt wird) müssen wir ernst nehmen. Was für neue Strukturen bieten den nötigen Halt? Niemand wird faul auf der Couch liegen *wollen*, aber nicht jedeR schafft es deswegen automatisch, nicht trotzdem liegen zu bleiben.
Mein Ausbildungsgehalt reicht ja gerade mal für Miete und Essen.
Und ich beteilige mich kreativ am Unternehmen.
Weshalb ist hier also noch ein Grundeinkommen nötig?
würde ich von sozialhilfe leben, hätte ich am Monatsende wesentlich mehr aufm Konto.
Also gibt es heute schon genug Grundlagen, mal eine Auszeit zu nehmen und etwas für den Staat zu tun.
Aber wie willst du verhindern, dass jemand faul aufm sofa sitzt und eben angibt, er denkt schwer nach?
Allein zur Erhaltung der Qualität müsstest du ein bürokratisches System aufbauen, gegen das unser heutiges Beamtenwesen wie Kindergarten aussieht.
Und der Satz von dir ergibt keinen Sinn:
“Das Geld muss für jeden erhältlich sein, dennoch muss der Wert des Geldes klar sein.”
Wertschöpfung geschieht durch Spannung. Quantitative, zeitliche, räumliche, qualitative.
Und ich selbst schätze Geld nicht so hoch ein.
Mir ist Freizeit wesentlich mehr wert.
Worauf willst du eigentlich hinaus?
Grundeinkommen zur Arbeit?
Grundeinkommen für Arbeitslose?
Und welche Maßstäbe willst du setzen?
Ist die Klofrau weniger wert, als der Fussballtrainer im Sportverein?
(ich finde den strawman gerade richtig gelungen:))
[...] RT @bildungsluecke: bitte kommentieren: http://bildungslueckeweb2.wordpress.com/2009/05/07/grundeinkommen/ [...]
Sehr guter Beitrag. Wurde gerne noch weitere Informationen daruber erhalten.
Besten Dank und gruss
Ich persönlich sehe mich absolut nicht dur das Geld getrieben.
Ich hab hoffentlich ab Gerbst nen Job und mache den, weil es mir Spaß macht.
sicherlich würde ich als BWLer wesentlich mehr verdienen.
Aber darauf kommt es mir eben nicht an.
Meine Firma zahlt mir genug, dass ich gut Leben kann, vll. Familie ernähren und dazu noch jede Menge Spaß haben darf.
Das würde ich nicht gerade als Geld getrieben bezeichnen.
“Das Grundeinkommen würde die Produktionskosten und somit die Produktkosten senken.”
Quellen, Zahlen, Fakten..außerdem macht der Satz keinen Sinn.
Und ich als Verbraucher Zahle später keine Produktionskosten, sondern den Endpreis .. + Mehrwertsteuer…
Wieviele Menschen kennst du am Rande des Existenzminimums?
wieveile werden dadurch von genialen Gedanken abgehalten.
Diejenigen, die ich kenne, gründen einfach eine Firma und verdienen durch ihre Idee wirklich ne Menge Geld..
Das bedingungslose Grundeinkommen. Ein interessantes Thema, dass immer wieder auf den Tisch kommt mit verschiedensten Begründungen.
Das Grundeinkommen mit benötigten Inovationen zu begründen ist aber freundlich gesagt eine echte Schnapsidee. Inovationen entstehen meist in Krisen, wenn Menschen grade aus ihrer finanziellen Situation her nach neuen Methoden und einer Effsizienssteigerung suchen.
Inovationen müssen der Gesellschaft nutzen, dies regelt sich über die Finanzierung. Es stellt sich für mögliche Investoren die Frage, ob die Gesellschaft diese Inovation braucht. Auch in den sonstigen Tätigkeiten ist diese Funktion wichtig. Führt man das Grundeinkommen ein, behindert man in vielen Bereichen den Markt und wird somit zu der Situation kommen, dass zu viele Menschen sich in einem Bereich einbringen wollen und zu weniger in vielleicht nicht so angenehmen.
Der Kommunismus ist gescheitert, weder ein neuer Name oder andere Versuche der Begründung werden etwas daran ändern.
Anstatt sich in solche absurden Ideen zu versteigern, sollte man lieber reale Konzepte erstellen und die eingestaubte Form der Wirtschaftsförderung neu gestalten.
Menschenwürdlich, seh ich ein bedingungloses grundeinkommen von mind. 30.000 € im Monat. Ein normales Managergehalt…
Oder seh ich das falsch??
7. Mai 2009 um 4:52 nachmittags
Wenn man vom Guten im Menschen ausgeht mag diese Einschätzung stimmen…Nur wer würde ohne den täglichen Arschtritt wirklich arbeiten, um 5 oder eher aufstehen, Dinge tuen, die niemand freiwillig tut (Kläranlagentaucher oder whatever als Beispiel)…
Nein, am Menschen scheiterts, genauso wie der gute alte Kommunismus, der sich in der Theorie ja auch Spitze anhört.
Der Mensch ist nunmal nicht perfekt, sondern egoistisch, eigensinnig, auf sich bedacht. Das ist nunmal traurige Wahrheit…