Bildungsluecke

Grundeinkommen?!

Verfasst von: Leonie Am: 7. Mai 2009

Geld.

Wir denken immer nur an Geld.

Wenn ich etwas tue, muss gewährleistet sein, dass ich dafür Geld bekomme. Was aber, wenn ich etwas tue, das kein Geld bringt, mir zwar Spaß macht, aber eben nicht zu meinem Einkommen beiträgt?

Oft denke ich daran, was ich alles machen würde und könnte, wenn ich mir keine Gedanken über meine Miete oder die Finanzierung der Nahrungsmittel machen müsste.

Wie viele Ideen könnten bearbeitet und realisiert werden, wenn nicht jeder nur an seine Lebenskosten denken müsste. Entweder man arbeitet in einer entsprechenden Branche oder man muss sich damit zufrieden geben, nie große Ideen verwirklichen zu können, weil sie niemand erfährt.

Mit einem Grundeinkommen würden Innovationen gefördert werden, denn jeder hat Ideen und jeder kann einen Beitrag zum Wohl aller beitragen. Schon der Arbeiter aus der Fischfabrik kann eine Idee zur Verbesserung der Koordination der Produktion haben oder ähnliches.

Freiheit für Kreativität!

Meine Vision besteht aus der Integration aller Deutschen in einen Grundeinkommen-Fond.

Jedes Unternehmen würde einen Betrag spenden und so dafür sorgen, dass Menschen ohne Bedenken in sozialen Einrichtungen tätig sein oder an einer Idee arbeiten können.

Auch Firmen profitieren davon, weil sie schließlich meist am Ende diejenigen sind, die die Projektideen umsetzen oder zumindest dabei behilflich sein können.

Es würde also im Sozialwesen gespart und in den allgemeinen Fortschritt Deutschlands investiert werden.

Die Menschen wären nicht mehr so fokussiert aufs Geld und freundschaftliche Dienste würden in den Vordergrund treten.

Man hat herausgefunden, dass eine Gesellschaft im Laufe der Zeit ein einheitliches Denken, eine Art Charakterzug entwickelt. Zurzeit ist diese Charaktereigenschaft das Sparen.

So viel Geld sparen, wie möglich und dabei trotzdem gute Qualität. Wer aber soll das bezahlen, denn wer darunter leidet, sind die Produzenten und somit schließlich die Arbeiter und am Ende wieder die Konsumenten, die kein Geld haben, um die Produkte zu kaufen.

Ein Grundeinkommen würde dafür sorgen, dass die Menschen nicht mehr so hammstern würden, weil sie nicht mehr um ihre Existenz bangen müssten.

Alles, was sie zusätzlich machen, würde auch zusätzliches Einkommen bringen und somit für ihr Wohlbefinden sorgen.

Geld ist eine Begleiterscheinung, sollte jedoch nicht Lebensinhalt sein. An erster Stelle stehen immer das Wohl der Menschen und der Mensch selbst.

Viele argumentieren, dass Menschen mit Grundeinkommen faul werden würden, weil sie ja Geld bekommen und somit nichts mehr tun müssten. Natürlich legt sich jeder mit genug Geld faul auf die Couch und guckt Fernsehen..

Ich frage mich manchmal, ob das ernst gemeint ist. Wer hockt denn bitte den ganzen Tag untätig in der Wohnung?? Niemand. Das ist nur ein Zeichen von Frustration, Angst, schlechten Erfahrungen und Missmut.

Warum sonst will auch ein Millionär immer noch mehr Geld?

Wer ein Hobby oder eine spannende Tätigkeit gefunden hat, verbringt gerne 16 Stunden am Tag damit. Warum diese Energie nicht nutzen? Stattdessen werden tausende von Menschen quasi ausgeschaltet und in Hartz-IV geschickt, wodurch sie den Vorurteilen und der Ausgrenzung der anderen ausgesetzt sind und noch weniger tun, weil sie sich schämen und weil sie kaum einen Ausweg sehen.

21 Antworten zu "Grundeinkommen?!"

Wenn man vom Guten im Menschen ausgeht mag diese Einschätzung stimmen…Nur wer würde ohne den täglichen Arschtritt wirklich arbeiten, um 5 oder eher aufstehen, Dinge tuen, die niemand freiwillig tut (Kläranlagentaucher oder whatever als Beispiel)…

Nein, am Menschen scheiterts, genauso wie der gute alte Kommunismus, der sich in der Theorie ja auch Spitze anhört.

Der Mensch ist nunmal nicht perfekt, sondern egoistisch, eigensinnig, auf sich bedacht. Das ist nunmal traurige Wahrheit…

Also fangen wir mal an: :-)

Die Idee des Grundeinkommens hebt ein fundamentales Paradigma auf: Der Bürger zahlt nicht mehr an den Staat, sondern der Staat bezahlt den Bürger. Halte ich für ein zentrales Problem, denn der Bürger ist nicht für den Staat da, den der Staat bezahlt, sondern der Staat ist für den Bürger da, den der Bürger bezahlt. Ich will kein Gehalt vom Staat, denn das würde bei genügend Menschen die Haltung auf den Tisch kommen lassen, dass man sich ja gar nicht so sehr den Allerwertesten aufreißen muss, um Geld zu verdienen, explizite Betonung auf “verdienen”.

Wollen wir das wirklich? Glauben wir tatsächlich, so eine Haltung hätte soetwas wie das Wirtschaftswunder hevorgebracht? Ich glaube nicht, dass ohne finanziellen Ansporn alle bereit sind, auch mehr zu arbeiten. Vielmehr glaube ich, dass es genügend Menschen gibt, die sich sagen, dass beispielsweise 1500 Euro Grundeinkommen im Monat doch vollkommen ausreichend ist. Das war aber nie die Idee, die sich hinter einer sozialen Marktwirtschaft befindet (und übrigens auch nie eine Idee, die mit der Sozialdemokratie vereinbar wäre).

So, der nächste Punkt: Das Grundeinkommen geht davon aus, die Konsumsteuern drastisch anzuheben. Das ist nett gedacht, aber: Wir haben eine Mehrwertsteuer von 19 % und bewegen uns da auf einem durchaus hohen Niveau, wenn auch nicht auf dem höchsten. Wollten wir unseren Wohlstand so beibehalten, ist es unvermeidbar, diese Konsumsteuer – nichts anderes ist die Mehrwertsteuer ja – noch weiter drastisch nach oben zu schrauben. Das macht Produkte teurer und wird etwas ganz anderes wieder salonfähig machen: Den guten, alten Schmuggel. Schon heute fahren genügend Menschen problemlos 100 Kilometer nach Frankreich (von uns aus Pforzheim aus), um dort beim samstäglichen Einkaufen 20 Euro zu sparen und dabei reden wir hier sogar von Konsum im mehrwertsteuerermäßigten Bereich.

Die Idee, dass Menschen, die ein Grundeinkommen beziehen, sich dann gesellschaftlich engagieren müssen, ist, sorry für den Vergleich: Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, die haarscharf am Sozialismus vorbeischrammt. Wir können uns ein vergleichsweise sehr gutes Straßenwesen nicht mit Menschen leisten, die hobbymäßig Straßenflickerei betreiben.

Im übrigen hat das gesellschaftliche Engagement, das es schon heute auf ehrenamtliche Basis gibt und sehr stark vernetzt ist (man denke an Sportvereine), nicht mehr den Stellenwert, wenn alle diejenigen, die sich engagieren, plötzlich damit Geld verdienen sollen. Effektiv ändert das nichts – die Leute hätten ja nach der Grundeinkommen-Idee ja bezahlte Freizeit – ideell stellt es jedoch alles grundsätzlich auf den Kopf. Wo Stundenzettel-Mentalität vorherrscht, endet die Kreativität. Und wenn Menschen sich gemeinnützig engagieren _müssen_ und dafür relativ schlecht planwirtschaftlich bezahlt werden sollen, sind wir da, wo die DDR endete.

An sich müssen wir nur abwarten, was in Brasilien passieren wird, einem Staat dessen sozialistische Regierung dabei ist, das bedingungslose Grundeinkommen einzuführen und den Seelenheil darin zu finden. We will see.

Ein Grundeinkommen muss doch aber nicht bei 1500€ netto angesetzt werden. Wenn es lediglich Miete, Strom, Wasser und einen Teil der Nahrungskosten tragen würde, wäre es ausreichend, um Menschen die Angst vor dem Bankrott zu nehmen und genug, um ihnen Freiraum zu lassen, was sie mit ihrer Zeit anfangen wollen.
Es gibt keinen Menschen, der nicht nach Weiterbildung strebt.

Voraussetzung muss der Wohnsitz in Deutschland sein und eine sichtbare Tätigkeit.
Wer nur faul auf der Couch sitzt, kriegt eben kein Geld.

Das Geld muss für jeden erhältlich sein, dennoch muss der Wert des Geldes klar sein.
Ein billiges Produkt erlebt nicht dieselbe Wertschätzung wie ein teures, auch wenn es sich um dasselbe handelt.
Der Mensch schätzt nur, was er auch bezahlt bzw. für das er etwas abgeben muss, das ihm etwas bedeutet. In unserer Gesellschaft: Geld.

Wer der Erhalt eines Grundeinkommens aber davon abhängig ist, dass der Menschn nachweislicht etwas macht, an einer Idee arbeitet, sich sozial engagiert oder eben normal arbeitet, gibt es eine klare Kopplung an Arbeit und somit erlangt das Grundeinkommen ebenso einen Wert.

Moment, das “Grundeinkommen”, wie du es in deinem ersten Absatz beschreibst, gibt es. Das nennt sich ALG I bzw. ALG II mit den entsprechend zusätzlichen, individuellen Förderungen. Das ist eine Absicherung, ein Rettungsnetz vor dem Bankrott. Das zahlt der Staat jedem (zumindest ALG II), aber eben nur dann, wenn der Bürger das braucht. Also keine Sparkasse in dem Sinne, sondern eine Versicherung. In meinen Augen genau die ureigenste Aufgabe, die der Staat bewältigen muss und ich denke, dass die Bundesrepublik mit ihrem jetzigen Ansatz im großen und ganzen gut fährt.

Du schreibst neben sehr schön über den “Wert des Geldes”: Der Wert des Geldes wird international über das Bruttosozialprodukt des jeweiligen Landes taxiert, also, um es sehr zu vereinfachen, der Wirtschaftsfähigkeit des Landes. Glaubst du, dass das verhältnismäßig hohe Bruttosozialprodukt der Bundesrepublik historisch besser gewesen wäre, wenn das Grundeinkommen den größten Ansporn für Weiterentwicklung des Einzelnen, nämlich das berufliche Weiterkommen mit damit verbundenem Gehaltsplus, zunichte gemacht hätte?

Wir müssen uns grundsätzlich mal von dem Gedanken verabschieden, das es frevelhaft ist, für gute Arbeit gutes Geld zu verdienen. Frevelhaft ist es vielmehr, wenn es der Staat nicht im Griff hat, das Leute Geld verdienen, aber mit dem Mehr an Geld nicht auch mehr zum Gemeinwohl beitragen. Der Rest regelt tatsächlich der Markt und damit funktioniert das Land anscheinend gar nicht ganz so verkehrt.

Ich stimme Dir zu.

Dennoch finde ich die Frage wichtig, ob man denn die Menge an Selbständigkeit, die es braucht für das Suchen und Finden einer für einen selbst wirklich erfüllenden und der Gesellschaft zuträglichen oder zumindest nicht schädlichen Tätigkeit einfach so voraussetzen kann.

Ich meine, jeder Mensch braucht nicht nur Freiheit sondern auch Halt um sich zu motivieren, sich auch positiv selbst zu disziplinieren und etwas durchzuziehen, und nicht abzustürzen.
So pervers die dem Geld-Nachrennerei auch ist, sie gibt einen gewissen Halt, eine gewisse Aufgehobenheit in der Gesellschaft.

Während das Grundeinkommen automatisch mehr Freiheit gibt, etwas sinnvolles zu tun, gibt es nicht automatisch mehr Halt, das auch zu schaffen.

Nicht dass wir uns falsch verstehen, ich bin vehement für das Grundeinkommen, aber diesen Aspekt (der von traditionell linker Seite auch oft als Kritik angeführt wird) müssen wir ernst nehmen. Was für neue Strukturen bieten den nötigen Halt? Niemand wird faul auf der Couch liegen *wollen*, aber nicht jedeR schafft es deswegen automatisch, nicht trotzdem liegen zu bleiben.

Um den nötigen Halt zu schaffen, wäre es da dann nicht sinnvoll, wieder mehr Jugendeinrichtungen beispielsweise zu schaffen und auch älteren Menschen wieder Plätze anzubieten, wo sie gemeinsam mit anderen Gespräche führen können, ohne zu bezahlen.
Das hört sich ganz einfach an, aber Fakt ist, dass jeder in einer Stadt sich fremd ist und man es auch in einem Cafe sehr gut schafft, jeglichem Kontakt aus dem Weg zu gehen.
Zwar ist dies eine Eigenschaft des Menschen, die man nicht von heute auf morgen ändern kann. Was man jedoch tun kann, ist die konkrete Bereitstellung von Räumen mit der Überschrift “Hier ist Platz für Gespräche, Essen, Kaffee und Austausch”. Sobald der Mensch weiß, was ihn erwartet und dass auch die anderen der Überschrift zufolge Austausch suchen, werden Hemmungen genommen und man geht lockerer auf andere zu.

Früher waren Kirchen die Auffangbecken der Gesellschaft. Heute gibt es kaum etwas, das an die Stelle der Kirche getreten ist. Nur kleine Gruppen findet sich oder man klammert sich an Communities, um den fehlenden Austausch zu ersetzen.

Ich bin mir nicht sicher, ob die Idee gut ist, Zwischenmenschlichkeit mit Geld oder Geldansprüchen zu erkaufen. Gemeinnützigkeit – andere nennen es “Vereinsmeierei” – hat in Deutschland eine sehr große Tradition, es gibt IMHO nur wenig andere Länder, die eine ähnlich starke Ehrenamtsverbreitung aufweisen, wie Deutschland.

Es muss klar sein: Alles, was in der Diskussion zum Grundeinkommen dann doch wieder mit einem gewissen Zwang unterlegt ist (nämlich die Verpflichtung, sich gemeinnützig zu betätigen, wie in deiner Idee), führt an der Idee dann doch wieder schlicht vorbei, denn es wäre ja nicht mehr bedingungslos.

Es ist zwar auf den ersten Blick mit einer gewissen Herzlosigkeit verbunden, aber ich halte das “anonyme” Zahlen von Steuern im Zweifelsfall besser, als die Verpflichtung, sich konkret in einem Projekt zu betätigen. Das kommt dem Projekt nicht zugute und auch nicht den Verpflichteten, wenn sie es nicht freiwillig tun, sondern machen müssen.

Aber würden sich denn nicht noch mehr Menschen sozial engagieren, wenn sie mehr Zeit hätten, die ihnen durch ein Grundeinkommen gegeben wird?
Immer höre ich normale Arbeitnehmer, die sich darüber auslassen, dass Arbeitslose faul seien und niemand sich, wenn er eine andere Wahl hat, in sozialen Einrichtungen betätigen würde. Doch sie tun es, obwohl sie nichts dafür bekommen.
Dort geht es noch um die Beziehung Mensch zu Mensch.
In Unternehmen ist dieser Bezug meist nicht vorhanden, weil wir unter Konkurrenz zu anderen Mitarbeitern oder anderen Abteilungen stehen.
Auch wenn dieses Gefühl nicht bewusst vorhanden ist, hat man zumindest keine Ahnung, was in anderen Abteilung bearbeitet wird. Die Kommunikation ist hier sehr mau.

Mein Anliegen ist ja, dass wir mehr Freiheit für Kreativität und Zwischenmenschlichkeit bekommen. Ich möchte, dass mehr Ideen Deutschland bereichern und jeder das Gefühl hat, sich einbringen zu können.
Die momentane Situation ist, dass fast jeder getrieben von Geld ist. Das bedeutet nicht, dass jeder reicht werden will. Nur kämpfen einfach sehr viele Menschen an der Grenze des Existenzminimums. Da würde ich auch keinen kreativen Gedanken mehr zustande bringen. Zumindest nicht so schnell, vor allem nicht, wenn ich keinen guten oder gar keinen Abschluss hätte.

Das Grundeinkommen würde die Produktionskosten und somit die Produktkosten senken.

Also ich sehe es nicht ganz so, dass jeder nur durch das Geld getrieben sei. Das würde ja das Ehrenamtstum konterkarieren, das auch nach Jahrzehnten immer noch äußerst stark ist und zwar quer durch alle Bevölkerungsschichten.

Was in der Tat ein Problem ist (das aber nicht unbedingt durch das Grundeinkommen gelöst werden kann), ist die immer weiter aufklappende Schwere zwischen Arm und Reich. Ein Grundeinkommen würde das aber nur temporär mindern, in dem die Schere bildlich gesehen auf einer Seite halt einen Stopper hat. Die Neiddebatte würde aber nicht geringer werden – eher im Gegenteil: Ich höre dann quasi schon die Diskussionen des so genannten Prekariats, die dann nicht mehr jammern, es gäbe keine Arbeit für sie, sondern dass sie relativ billig aus dem Arbeitsmarkt freigekauft werden. Und damit hätten sie noch nicht mal Unrecht.

> Aber würden sich denn nicht noch mehr Menschen sozial
> engagieren, wenn sie mehr Zeit hätten, die ihnen durch
> ein Grundeinkommen gegeben wird? [...] und niemand
> sich, wenn er eine andere Wahl hat, in sozialen
> Einrichtungen betätigen würde. Doch sie tun es, obwohl
> sie nichts dafür bekommen.

Ganz ehrlich, ich weiß gar nicht, ob ich das will. Ich will, dass Kinder von Profis betreut werden. Ich will, dass Ausbildung in den Händen von Könnern liegt. Ich will, dass gefährdete Jungendliche nicht erst dann im Mittelpunkt stehen, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. Ich will, dass meine Eltern, wenn es denn jemals so weit kommt, von ganz hervorragenden Pflegekräften betreut werden.

Ich will, dass es dafür viel mehr Profis gibt, die ihren Job in einer idealen Umgebung und einem motivierenden Klima tun. Ich will _nicht_, dass die Menschen in Sozialberufen ihren Job trotz der Bedingungen tun. Ich will auch _nicht_, dass irgeneiner der obigen Jobs von einem selbstverwirklichungsgetriebenen Laien getan wird.

Gerade da sehe ich allerdings auch eine Chance durch ein Grundeinkommen: dass Marktmechanismen es im sozialen Bereich richten. Warum? Soziale Jobs sind heute miserabel bezahlt und finden oft genug unter grottige Arbeitsbedingungen statt. Wie eine bekannte Erzieherin mal sagte: dort werden die Mitarbeiter mehr ausgebeutet als in jedem neoliberalen Unternehmen.
Wenn es also nicht genug Menschen machen wollen – sie müssen ja nicht mehr wegen dem Grundeinkommen – könnte das dazu führen, dass – wenn man die Marktmechanismen zulässt – Entlohnung steigt und Bedingungen verbessert werden.

Meine Befürchtung: Das mag in den unangenehmen Bereichen funktionieren, z.B. der Pflege von demenzkranken Senioren. Andere als angenehm empfundene Dinge, z.B. alles “mit Kindern”, werden im Gegenteil überrant und damit noch “billiger”.

Denn eigentlich ist das doch eine Wertefrage. Nämlich die Frage danach, wass uns wichtig ist. Niemand würde uns auch heute schon daran hindern, beispielweise Sozialberufe adäquat zu bezahlen, excellent zu gestalten und so dafür zu sorgen, dass die Besten der Besten sich um unsere Kinder, Kranken und Alten kümmern (Disclaimer: wir haben heute schon oft die Besten, demotivieren sie und/oder schenken ihnen einen Burnout).

Es gibt aber offensichtlich Gründe, warum wir das nicht wollen und warum wir dafür auch nicht nachhaltig auf die Barrikaden gehen. Warum sollten wir es dann zusammen mit einem Grundeinkommen wollen? Es ist dann immer noch die gleiche Gesellschaft.

Ich glaube, dass in ein Grundeinkommen zu viele gute Wünsche projiziert werden, die es nicht leisten kann. Noch dazu Wünsche, die wir auch ohne schon angehen könnten. Besim hat noch so ein Beispiel gebracht, die Schere zwischen Arm und Reich.

Es ist wahr: Es wird viel zu wenig in einen der wichtigsten Bereiche unserer Gesellschaft investiert. Alle haben Kinder und alle wollen das Beste für sie. Und dennoch wird gerade an dieser Stelle gespart.

Ich hatte irgendwann mal mit einem Freund die fixe Idee, dass ein Grundeinkommen deshalb Sinn machen würde, weil sie endlich wieder Zeit und Luft wäre, sich Innovationen, guten Ideen und seiner Selbstverwirklichung zu widmen.
Ich höre von so vielen Menschen, dass ihre Ideen in großen Unternehmen ignoriert werden, man sie quasi mundtot macht und verlangt wird, mehr oder weniger rein nach Gehorsam zu handeln.

Ich würde mir wünschen, dass Unternehmen wieder mehr in den den Ausbau von Kreativität und Ideenfindung investieren würden, denn ich bin davon überzeugt, dass jeder eine gute Idee in sich trägt, nur verwirklichen die wenigsten diese, weil sie nicht wissen, an wen sie sich damit wenden sollen und alleine könnten sie die Arbeit daran nicht bezahlen.

So kamen wir auf das Grundeinkommen, dass diesen Menschen Freiraum schaffen würde, weil sie sich nicht um ihre Grundversorgung, sondern nur um die Verwirklichung einer Idee kümmern müssten.

Ich kann diesen Film hier sehr empfehlen http://www.kultkino.ch/kultkino/besonderes/grundeinkommen – alle Argumente von wegen keiner würde mehr seinen A*** bewegen, kann ich nicht mehr hören. Warum? Weil ich mich dann immer frage, was die Menschen eigentlich von sich selbst (ihrer Spezies) halten? Wenn wir davon ausgehen, dass alle nur noch auf der faulen Haut liegen würden, na dann viel Spaß in der Zukunft! Das sind nämlich dann die gleichen Menschen, die (eigentlich lieber faul) unsere Zukunft gestalten. Ich schlage vor in Ruhe den Film zu schauen und einfach mal die Gedanken fliegen zu lassen.

Mein Ausbildungsgehalt reicht ja gerade mal für Miete und Essen.
Und ich beteilige mich kreativ am Unternehmen.
Weshalb ist hier also noch ein Grundeinkommen nötig?

würde ich von sozialhilfe leben, hätte ich am Monatsende wesentlich mehr aufm Konto.

Also gibt es heute schon genug Grundlagen, mal eine Auszeit zu nehmen und etwas für den Staat zu tun.

Aber wie willst du verhindern, dass jemand faul aufm sofa sitzt und eben angibt, er denkt schwer nach?
Allein zur Erhaltung der Qualität müsstest du ein bürokratisches System aufbauen, gegen das unser heutiges Beamtenwesen wie Kindergarten aussieht.

Und der Satz von dir ergibt keinen Sinn:
“Das Geld muss für jeden erhältlich sein, dennoch muss der Wert des Geldes klar sein.”
Wertschöpfung geschieht durch Spannung. Quantitative, zeitliche, räumliche, qualitative.
Und ich selbst schätze Geld nicht so hoch ein.
Mir ist Freizeit wesentlich mehr wert.

Worauf willst du eigentlich hinaus?
Grundeinkommen zur Arbeit?
Grundeinkommen für Arbeitslose?
Und welche Maßstäbe willst du setzen?
Ist die Klofrau weniger wert, als der Fussballtrainer im Sportverein?
(ich finde den strawman gerade richtig gelungen:))

Sehr guter Beitrag. Wurde gerne noch weitere Informationen daruber erhalten.
Besten Dank und gruss

Ich persönlich sehe mich absolut nicht dur das Geld getrieben.
Ich hab hoffentlich ab Gerbst nen Job und mache den, weil es mir Spaß macht.
sicherlich würde ich als BWLer wesentlich mehr verdienen.
Aber darauf kommt es mir eben nicht an.
Meine Firma zahlt mir genug, dass ich gut Leben kann, vll. Familie ernähren und dazu noch jede Menge Spaß haben darf.
Das würde ich nicht gerade als Geld getrieben bezeichnen.

“Das Grundeinkommen würde die Produktionskosten und somit die Produktkosten senken.”
Quellen, Zahlen, Fakten..außerdem macht der Satz keinen Sinn.
Und ich als Verbraucher Zahle später keine Produktionskosten, sondern den Endpreis .. + Mehrwertsteuer…

Wieviele Menschen kennst du am Rande des Existenzminimums?
wieveile werden dadurch von genialen Gedanken abgehalten.
Diejenigen, die ich kenne, gründen einfach eine Firma und verdienen durch ihre Idee wirklich ne Menge Geld..

Das bedingungslose Grundeinkommen. Ein interessantes Thema, dass immer wieder auf den Tisch kommt mit verschiedensten Begründungen.
Das Grundeinkommen mit benötigten Inovationen zu begründen ist aber freundlich gesagt eine echte Schnapsidee. Inovationen entstehen meist in Krisen, wenn Menschen grade aus ihrer finanziellen Situation her nach neuen Methoden und einer Effsizienssteigerung suchen.
Inovationen müssen der Gesellschaft nutzen, dies regelt sich über die Finanzierung. Es stellt sich für mögliche Investoren die Frage, ob die Gesellschaft diese Inovation braucht. Auch in den sonstigen Tätigkeiten ist diese Funktion wichtig. Führt man das Grundeinkommen ein, behindert man in vielen Bereichen den Markt und wird somit zu der Situation kommen, dass zu viele Menschen sich in einem Bereich einbringen wollen und zu weniger in vielleicht nicht so angenehmen.
Der Kommunismus ist gescheitert, weder ein neuer Name oder andere Versuche der Begründung werden etwas daran ändern.
Anstatt sich in solche absurden Ideen zu versteigern, sollte man lieber reale Konzepte erstellen und die eingestaubte Form der Wirtschaftsförderung neu gestalten.

“Zum „Tag der Arbeitslosen“ am 30.4.2009 startet eine Unterschriftenaktion zur Einführung eines „Bedingungslosen Grundeinkommens“ in Österreich. Der „Runde Tisch_Grundeinkommen“ rechnet mit einer breiten BürgerInnenbeteiligung ähnlich dem Erfolg einer Petition an den Deutschen Bundesrat, die erst kürzlich in Deutschland enormes Echo auch in den Medien ausgelöst hat.

Gefordert wird die Einführung eines allgemeinen, personenbezogenen, bedingungslosen Grundeinkommens in existenzsichernder Höhe. „Das bedingungslose Grundeinkommen entspricht der Würde des Menschen“, so die InitiatorInnen. Bundesregierung und Nationalrat werden aufgefordert, die gesetzlichen Grundlagen zu schaffen, dass ein solcher Rechtsanspruch Gültigkeit erlangt.

Nicht zu verwechseln ist das Grundeinkommen mit der ebenfall in Diskussion befindlichen Mindestsicherung, betonen die InitiatorInnen. „Das bedingungslose Grundeinkommen schafft wirkliche Einkommenssicherheit und ist repressionsfrei. Außerdem ist es ein Krisen-Instrument, das Kreativität fördert, Angst nimmt und wirtschaftliche Tätigkeit stimuliert“.

Die Unterschriftenaktion ist jedenfalls bis zur zweiten „Internationalen Woche des Grundeinkommens“, die von 14. – 20.9.2009 stattfindet, angepeilt. Listen finden Sie in internet unter http://www.grundeinkommen.at.

Der Runde Tisch_Grundeinkommen dient der Vernetzung unterschiedlicher Vereine, Initiativen und Personen, die sich für ein “Bedingungsloses Grundeinkommen” einsetzen, darunter auch von Armut und sozialer Ausgrenzung betroffene Menschen.”

Menschenwürdlich, seh ich ein bedingungloses grundeinkommen von mind. 30.000 € im Monat. Ein normales Managergehalt…
Oder seh ich das falsch??

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